Macht|schule|theater 2010

kleines theater.haus der freien szene in Zusammenarbeit mit der österreichweiten Theaterinitiative „Macht|schule|theater“ und der Initiative „Weiße Feder – gemeinsam gegen Gewalt“, den Schulen BORG Gastein und BG/BRG Hallein, Elisabeth Nelhiebel und Caroline Richards (Autorinnen und Gesamtregie)

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Eine theatrale Auseinandersetzung mit dem Thema „Gewalt gegen sich selbst“
(Elisabeth Nelhiebel: Regie und konzeptuelle Arbeit für die Darstellendes-Spiel–Gruppe BORG Gastein; Caroline Richards: Regie und konzeptuelle Arbeit mit den SchülerInnen des BG/BRG Hallein) 

Beteiligte SchülerInnen: 15 aus dem BORG Gastein (5. – 8. Klassen), 30 aus dem BG/BRG Hallein (3. – 5. Klassen)

Arbeitsbeginn: 26. Jänner 2010

Premiere im kleinen theater: 21. April 2010

Premiere im Stadttheater Hallein: 22. April

Premiere im Musiksaal des BORG Gastein: 23. April

Vorstellungen gesamt: 6

Videodokumentation

Probentagebuch aus Bad Hofgastein:

26. Jänner 2010

*Gemeinsames Kennenlernen (Ich bin sehr nervös, erkläre, dass ich normalerweise auf der anderen Seite der Bühne stehe, dass sie mit mir Geduld haben müssen, genauso wie ich mit ihnen Geduld haben werde, dass ich auf Konzentration, Mitarbeit und Disziplin baue und ich merke, dass diese 15 Jugendlichen durchaus sympathisch und kompetent und talentiert wirken, was sich später noch als absolute Tatsache herausstellen wird!)

In neun regulären Treffen immer zu Zeiten von Darstellendes Spiel (dienstags von 15.25 bis 17.45 Uhr) und an drei intensiven Probensonntagen im BORG Gastein, außerdem in der Endprobenwoche im kleinen theater in Salzburg, werden wir uns an eine theatrale Umsetzung unseres Themas im Rahmen des MachtSchuleTheater- Projektes 2010 herantasten. Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob und wie Gewalt gegen sich selbst auch Gewalt gegen andere auslösen kann, und in welcher Form sich diese äußert. Da die SchülerInnen begeistert Nick Hornby’s Roman, auf den wir uns beziehen, gelesen haben, sind sie genauso wie ich angetan von der Idee, die Figuren und Geschichten aus dem Roman herauszufiltern, in das eigene Schulumfeld zu setzen und dadurch einen persönlichen Zugang zum Roman und seiner Thematik zu finden.

*Schlagwörter der SchülerInnen zur Frage „Woraus entstehen    Selbstmordgedanken?“:

Depression / Verzweiflung / Selbstmitleid / Zukunftsangst / freier Fall / alles vergessen / Verwirrung / nicht verstanden werden / Langeweile / Ritzen / Letzter Ausweg / Absprung / unerwiderte Liebe / Tod / Aussichtslosigkeit / Probleme / Angst / Armut / Leer / ohne Wille / hilflos / Ende / schlechte Erfahrung / Frust / Opfergabe / Prophezeiung / Schrei nach Hilfe / Beschäftigung / Sucht / Druck / Sehnsucht / konservative Erziehung / leerer Raum / bungee jumpen / Sackgasse / Globalisierung / Naivität / Umfeld / Schicksal / Sekte / Einsamkeit / Schwäche / Freiheit / Auseinandersetzung / Ausweg / unfähig zu vertrauen / Familie zurück gelassen / Freitod / unglücklich / Erlösung

*Schlagwörter zur Frage „Was kann entstehen, wenn es nicht zum Äußersten kommt?“:

Ende der Probleme / Lösung der Probleme / neue Probleme / in einem neuen Licht sehen / neue Blickwinkel / Hoffnung / Leben / Selbsteinsicht / Freundschaft / Wiederholung / Beschäftigung / neuer Anfang / Hoffnung / Ende der Konflikte / Therapie / Leben / Liebe / neue Chance / Erlösung

*Hausaufgabe fürs nächste Mal (erst in drei Wochen) ist, die vier Figuren aus dem Buch genau zu studieren und sich vier Figuren auszudenken, die an die Romancharaktere angelehnt sind, aber aus dem privaten oder schulischen Umfeld der SchülerInnen stammen.

6. Februar 2010

*Projekttreffen in Graz; wir sind vertreten durch Frau Mag. Huberta Kargl, Caroline Richards, Markus Steinwender und Elisabeth Nelhiebel. Wir stellen unser Projekt vor und erklären, auf welchem Stand wir gerade sind.

In der Zwischenzeit…

…suche ich aus dem Roman 14 Szenen aus (Monologe, Dialoge, Gruppengespräche), die ich in einen allgemeineren Ton bringe, sodass sie im Pongau oder Pinzgau genau so gelten können wie im Original in London. Ich teile die Szenen ein, versuche mich an die SchülerInnen zu erinnern und besetze die einzelnen Szenen. In Gesprächen und bei Leseproben werden wir dann gemeinsam besprechen, ob alle mit meiner Auswahl zufrieden sind, ob sich jemand benachteiligt fühlt oder im Gegenteil überfordert. Außerdem habe ich uns als „Jess JJ Martin Maureen“ (das sind die Namen der vier Charaktere) bei Facebook angemeldet, das ermöglicht uns eine einfachere Kommunikation mit den Jugendlichen. E-Mail hilft auch, die Texte zu versenden, damit die SchülerInnen sich schon jetzt damit beschäftigen können. Ich fürchte, in Zeitnot zu geraten, deshalb „helfe“ ich den SchülerInnen, indem ich ihnen kleine Vorgaben (die fertigen Szenen) gebe. Sie scheinen recht angetan, zumal sich dadurch ihr „Darstellendes Spiel“ wie „Theater“ anfühlt.

16. Februar 2010

*Faschingsdienstag! Als Schauspielerin kommt es mir nicht in den Sinn, mich in privaten Momenten zu verkleiden, die Jugendlichen sind allerdings mit großem Eifer bei der Sache. Und so sitze ich inmitten von Rotkäppchen, Dracula, Edelmann, Joker und einer lebenden Autogrammkarte. Außerdem lerne ich, dass in der Schule – anders als im Theater – scheinbar grundsätzlich nie alle anwesend sind. Damit werde ich in den nächsten Monaten noch umgehen müssen!

*Diskussion der vier Figuren

*Leseprobe: die Schülerinnen sind aufgefordert, die Texte umzuformulieren, wie es ihnen angenehm ist. Grundsätzlich ist jeder zufrieden mit seiner Besetzung, allerdings wäre es schön, wenn die Figuren jeweils eigene Szenen hätten. Meine Aufgabe ist es, aus den gesammelten Ideen die vier Figuren betreffend Szenen zu bauen. Die Hausaufgabe für die SchülerInnen lautet: Text lernen!

21. Februar 2010

*Unser erster intensiver Probensonntag beginnt um 10.00 und endet um 18.00 Uhr inklusive einer eineinhalbstündigen Mittagspause. Ich habe einige Requisiten mitgebracht und möchte am liebsten gleich alle Szenen arbeiten. Dafür habe ich eine komplizierte Probendisposition erstellt, denn während ich mit zwei Schülern arbeite, können die anderen ja schon einmal ihre Szenen anschauen und ausprobieren. Das ist natürlich schwierig, da alle SchülerInnen in mindestens zwei Szenen spielen, also sind die Kombinationsmöglichkeiten nicht einfach zu erstellen. Schließlich wird meine gesamte ausgeklügelte Probendispo über den Haufen geworfen, weil einige Schüler einfach nicht da sind. Ich lerne zu improvisieren.

Ich beginne mit Sebastian und Jacqueline. Und ich merke schnell, dass ich ein oder zwei Tricks anwenden sollte, um die JungschauspielerInnen aus der Reserve zu locken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es leichter ist, authentisch und wahrhaftig zu sein oder auch nur zu sprechen, wenn man mich ablenkt und ich nicht ans Spielen denke. Deshalb bringe ich sie erst mal in starke körperliche Bewegung, und sofort sind der natürliche Ton und eine eindeutige, nachvollziehbare und ehrliche Körperlichkeit da. Auch die Zuschauer merken den Unterschied sofort. Ich beschließe, für jede Szene eine „Ablenkung“ zu entwickeln. Außerdem merken wir alle schnell, dass der jeweilige Dialekt der Jugendlichen viel besser passt als das versuchte Hochdeutsch. Obwohl natürlich jede/jeder erst mal Hochdeutsch sprechen möchte. Aber eine Szene in tiefstem pon- oder pinzgauerisch ist eindeutig dem Hochdeutschen vorzuziehen!

Grundsätzlich kommen wir gut voran. Ich bin ehrlich begeistert, dass die SchülerInnen ihre Texte auswendig gelernt haben und an diesem Kaiserwetter – Sonntag mit so viel Energie und Konzentration mitarbeiten.

23. Februar 2010

* Diesmal sind einige da, die beim letzten Sonntag nicht dabei waren, dafür fehlen andere… Trotzdem arbeite ich mit den DarstellerInnen intensiv weiter. Natürlich hat man in ungefähr zweieinhalb Stunden um einiges weniger Zeit…

Die SchülerInnen sind gerne bei der Sache, die Übungen holen sie aus dem Schulalltag und aus der Müdigkeit heraus in unsere Probenarbeit. Freilich ist es eine Herausforderung für mich, mit zwei Schülern in dem nicht gerade großen Klassenraum zu arbeiten, während die anderen zusehen und Kommentare abliefern und kichern. Trotzdem muss ich aber wieder festhalten, dass die Disziplin im Großen und Ganzen enorm ist. Ich hab das Gefühl, ihnen gefällt tatsächlich, was wir hier machen!

*Hausaufgabe: Den Text und die Noten von Lou Reed’s „Perfect Day“ lernen. Frau Mag. Kargl, Musiklehrerin am BORG, wird das Lied einstudieren. Der Ehrgeiz: mehrstimmig und a capella!

2. März 2010

*Martin möchte endlich mit seinem Monolog drankommen! Davor noch ein paar Aufwärm- und Einstimmungsübungen, Feststellen, wer diesmal nicht da ist (das Gute daran ist, dass sie sich abwechseln. So kann ich immer an etwas arbeiten!) und damit umgehen. Wir üben die Menschenpyramide mit Tabea anstatt mit Sebastian und beschließen, dass Sebastian das doch auch schaffen müsste! Dann noch Monologarbeit, auch mit Martin. Er ist sehr ambitioniert und wir finden eine sehr stimmige und beeindruckende und bedrückende Lösung für seine Szene.

7. März 2010

* Der zweite intensive Probensonntag, wieder von 10.00 bis 18.00, wieder mit der Mittagspause und wieder bei Kaiserwetter!

*Huberta Kargl übt das Lied!

*Danach wieder weiter in der Szenenarbeit. Wieder mit viel Energie und Konzentration.

* Ein ehrgeiziger Plan meinerseits droht nicht Realität zu werden: als begeisterte Hobby – Contemporary – und – Modern – Tänzerin habe ich große Lust, eine reine Bewegungsszene ohne Worte, nur mit Musik zu entwickeln. Nachdem ich in mühevoller Computerarbeit Musik zusammengeschnitten und geloopt habe, höre ich von den Schülerinnen, dass diese Musik halt nicht so ihrem Alter entspräche… Sie sind grundsätzlich nicht so wahnsinnig angetan von der Idee, „Ausdruck zu tanzen“, das ist natürlich noch besonders schwierig, weil die beiden, die das gerne machen würden (das haben sie mir jedenfalls gesagt), nicht da sind! Trotzdem bitte ich die Verbliebenen, sich damit zu beschäftigen und wir sammeln schon einige Ideen, wie man sich zu der Musik bewegen könnte. Sie versprechen mir, sich beim nächsten Dienstagtermin eine Choreografie auszudenken. Ich bin ehrlich gespannt.

9. März 2010

*Intensive Arbeit am Lied

*Die Tänzerinnen kommen nicht recht weiter, ich beschließe, die Sache doch selber in die Hand zu nehmen.

*Weiter Arbeit an den Szenen: darunter zwei ganz neue, die sehr gut funktionieren.

16. März 2010

*Die Bad Hofgasteiner und die Halleiner Gruppe treffen sich im kleinen theater in Salzburg und schauen sich gemeinsam Caroline Richards Inszenierung von „Stones“ an. Anschließend Kennenlernen der beiden Gruppen und Diskussion mit den Schauspielern. Es werden noch grundsätzliche organisatorische Fragen geklärt, das Theater inspiziert („Das ist ja wirklich ein kleines Theater!“ aber auch „Da bin ich jetzt schon aufgeregt, wenn ich dran denk“ und „Hier haben wir ganz viele Kinderstücke angeschaut!“) und beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen bei der Thailänderin gegenüber die Grenzen der eigenen Geschmacksknospen getestet und ausgeweitet.

*Versuch, auf der Bühne das Stück im Ablauf zu spielen. Selbstverständlich mit Unterbrechungen und Wiederholungen. Auch einige erfreuliche Neuerungen und Anpassungen an den konkreten Theaterraum. Zum Beispiel, dass es viel passender ist, die DarstellerInnen auf unterschiedliche Stühle aus dem Fundus und nicht auf zwei Bierbänke zu setzen. Und dass es einen erstaunlichen Überraschungsauftritt geben kann. Die SchülerInnen sind schnell an die Situation des dunklen Zuschauerraumes gewöhnt und können sich gut konzentrieren, obwohl sie schon seit 7.00 Uhr unterwegs sind und erst um 18.00 Uhr heimkommen werden. Sie verdienen meinen Respekt!

23. März 2010

*Intensive Arbeit am Lied und weiterhin Arbeit an den Szenen an diesem letzten Dienstag vor den Osterferien und wieder vor einer längeren Pause. Huberta Kargl hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, am Osterdienstag mit den Instrumentalisten, die „Perfect Day“ in einer Szene nur instrumental spielen sollen, zu üben.

11. April 2010

*Der dritte und letzte Probensonntag. Ich möchte ihn heute nicht bis 18 Uhr ausdehnen, sondern mit einer verkürzten Mittagspause schon um 15.30 Uhr zu einem Ende kommen.

Nach mehrmaligem Daraufhinweisen am Dienstag zuvor, dass es sehr wichtig sei, dass alle SchülerInnen anwesend wären, fehlen wieder einige… Nach ein paar mahnenden Worten (wobei ich schon sagen muss, dass ich fast ein schlechtes Gewissen habe sie zu mahnen, schließlich ist Sonntag, sie fehlen wegen Krankheit oder wegen einer wirklich wichtigen Mathe – Schularbeit, für die sie lernen müssen, bzw. müssen deshalb früher gehen…) werde ich überhaupt grundsätzlicher:

*„Ihr seid Botschafter / Anwälte der vier Jugendlichen, die ihr dem Publikum ausführlich beschreiben wollt! Ihr oben wisst mehr, als wir unten! Ihr wollt uns unbedingt erzählen! Ihr wollt uns begreiflich machen, wie es denen geht, auch wenn ihr es teilweise selber nicht verstehen könnt! Das ist ein ernster und wichtiger Auftrag, ihr seid also gewissenhaft, ernsthaft, genau bei der Sache und nehmt eure Aufgaben sehr wichtig!“

*Ich habe die CD mit der Musiknummer für den Tanz vergessen und nehme das als Zeichen: Die Szene wird gestrichen, was allen Beteiligten keine großen Unmutsäußerungen entlockt. Eine Hürde weniger!

*Zuerst arbeiten wir intensiv am Lied, wiederholen alle Einsätze während des Stückes, immer a capella, und es ist eine Freude, die Jugendlichen singen zu hören.

*Arbeit an einzelnen Szenen in einem Ablauf mit Unterbrechungen, nach einer Mittagspause ein Ablauf durch das gesamte Stück. Die Fehlenden lese ich hinein, um auf einen ungefähren Zeitwert zu kommen und ich bin zufrieden: 35 Minuten!

*Grundsätzlich sind wir alle sehr zufrieden mit dem Tag, der in seiner Intensität, Konzentration und Kürze viel weiter gebracht hat. Ich sehe den Endproben im kleinen theater mit Zuversicht entgegen.

13. April 2010

*Die einen sind jetzt wieder da, dafür fehlen andere…. Eine Schülerin muss zum Querflötenunterricht, sonst läuft sie Gefahr, nicht zur Matura antreten zu dürfen. Sie ist dementsprechend aufgeregt und ich lasse sie gehen, weil es ohnehin schwer wäre mit ihr in diesem Zustand zu arbeiten. Die Organisation des Stundenplans ist allerdings fragwürdig.

*Noch einmal werden alle Einsätze des Liedes im Stück überprüft, außerdem noch ein paar Szenen wiederholt.

*Marlen ist für längere Zeit krankgeschrieben und es ist fraglich, ob sie überhaupt in der nächsten Woche wird dabei sein können.

*Ich lerne Herrn Franz Schafetter kennen, der in der Schule für die Licht- und Tontechnik der Bühne verantwortlich ist. Er freut sich, dass ich lediglich zwei Lichtstimmungen brauche und geht das gemeinsam mit den Lehrerinnen und den SchülerInnen in einer Bühnenbegehungsprobe am Ende der Woche, bei der ich nicht anwesend sein werde, durch. Die Vorstellungen betreuen dann SchülerInnen seiner Licht- und Tontechnikklasse, die sehr kompetent sind und, nachdem sie die durchaus komplizierteren Licht- und Toneinsätze meiner Kollegin Caroline Richards kennengelernt, einiges an Erfahrung und Geduld und vor allem an konkreter Theaterarbeit gelernt haben werden.

*Wichtige Klärung organisatorischer Dinge: Kostüm, Requisiten, Jause mitnehmen an den Endprobentagen und (leider) früh aufstehen und spät heimkommen.

18. April 2010

*Endproben im kleinen theater! Zum ersten Mal sehe ich auch die Halleiner Gruppe und Caroline sieht meiner zu. Wir geben uns gegenseitig Kritik (hauptsächlich Lautstärke und Spielenergie betreffend) und helfen einander. Grundsätzlich schaut aber erst mal alles sehr gut aus!

*Um 14.00 Uhr Ankunft der Bad Hofgasteiner. Eine Premiere: ALLE SchülerInnen sind anwesend. Nur Marlen fehlt, mittlerweile ist allerdings klar, dass sie bis zum 25. April, also bis nach unserer Vorstellungsserie, krankgeschrieben ist. Ihr Monolog muss also leider ausfallen (ich möchte ihn nicht umbesetzen, weil er in seiner Stimmung exakt zu ihr passt) und ihre Rolle in der Gruppenszene übernimmt Viktoria.

*Einrichtung der Bühne und der wenigen Requisiten. Ich habe den DarstellerInnen den Auftrag gegeben, zu jeder Probe das anzuziehen (Alltagskleidung, unauffällig aber eindeutig jugendlich, Converse Chucks), das sie auch bei den Vorstellungen tragen wollen, und sie sind dieser Bitte mit Eifer nachgegangen. Sascha erscheint mit extremem Augen – Make-up, das die Anwesenden schrecklich übertrieben finden, das er aber mag und ich finde auch, dass das durchaus in Ordnung ist und zu seiner Szene passt. Also lässt er’s so, wie es ist.

*Wie immer beginnen wir musikalisch: Die Instrumentalgruppe hat sich formiert und überzeugt mit ihrer Version von „Perfect Day“. Es spielen Viktoria (Klarinette), Tabea (Querflöte), Teresa (Cajón), Eva (Gitarre) und René (Rhythmusei). Danach wird gesungen.

*Ablauf mit Unterbrechungen, dabei Umgang mit den Möglichkeiten der Bühne. (Vor allem für Bella interessant, die bei ihrem Monolog in der Unterbühne verschwindet und auf Stichwort aus einer Klappe wieder auftaucht.)

*Um 16.30 ein ganzer Durchlauf, zu dem ich Caroline eingeladen habe. Um 17.30 Uhr muss die Gruppe schnell zum Bahnhof, damit sie den Zug nach Bad Hofgastein erreicht. Wir sind alle zufrieden.

19. April 2010

*Um 14.00 Uhr Ankunft der Bad Hofgasteiner. Wieder der gleiche Ablauf: musikalische Sicherheit, dann Durchlauf durchs Stück. Diesmal sieht Erich Posch, der Techniker des kleinen theaters, zu, damit wir am nächsten Tag vormittags Leuchten können und er schon eine Ahnung unseres Stückes hat.

20. April 2010

*Ab 11.00 Uhr wird geleuchtet.

*Ab 14.00 Uhr treffen zum ersten Mal die Halleiner und die Bad Hofgasteiner Gruppe zusammen.

*Interviews für den ORF. (Radio)

*Caroline und ich erklären, was wir uns als gemeinsamen Beginn ausgedacht haben und dann wird das auch diszipliniert (45 SchülerInnen auf ca. 40 Quadratmetern!) geprobt. Danach Generalprobe mit Licht und Ton. Alle sind einigermaßen aufgeregt, was die morgige Premiere betrifft. Ich besonders!

21. April 2010

* Premiere!! Aber erst mal läutet um 8.30 Uhr mein Telefon und die Nachricht ist traurig: Martin Rieder hat 39 Grad Fieber und liegt im Bett. Sebastian könnte allerdings für ihn einspringen, im Zug würde er dessen Texte lernen. Ich bin schockiert, weil Martin einer derjenigen war, die niemals gefehlt haben und eine sehr starke Szene gespielt hat, die ich ungern streichen möchte, auch wenn ich das im Fall von Marlen gemacht habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, was für ein unangenehmes Gefühl es ist, wenn man als Schauspielerin so einfach und schnell umbesetzt wird. Aber ich möchte auch nicht auf diese Szene verzichten, also stimme ich dem Vorschlag zu und Sebastian spielt Martins Monolog und seine Einsätze in den Gruppenszenen. Ich hoffe, dass Martin an den anderen Vorstellungen mitspielen kann.

*Um 10.15 Uhr Ankunft der Bad Hofgasteiner. Das Ritual wird beibehalten: Singen und Musizieren, dann sind alle garantiert eingestimmt. Ich schaue mir noch kurz Sebastian in Martins Szene an, dann geht auch schon der Einlass los und die Nervosität steigt bei allen. Auch wenn die SchülerInnen erklären, dass sie „überhaupt nicht“ aufgeregt wären… Um 11.00 Uhr und um 15.00 Uhr finden die Vorstellungen statt.

*Zwei Mal volles Haus (in der ersten Vorstellung übervoll, in der zweiten etwas weniger), dazwischen Mittagspause vom kleinen theater spendiert: Martin Dietrich, unser Cheforganisator, hat 30 Pizzen bestellt, Jugendliche und Erwachsene sind begeistert. Zwischen den Vorstellungen treffen sich alle SchülerInnen zu einem gemeinsamen Einstimmen auf die zweite Vorstellung; ein weiteres Ritual, das wir beibehalten.

22. April 2010

*Vorstellungen im Stadtkino in Hallein.

*Caroline, der Techniker Erich und ich treffen uns um 7.30 Uhr und fahren gemeinsam nach Hallein ins Stadttheater, wo wir – angepasst an die dortigen technischen Begebenheiten – das Stück einleuchten. Vorstellungen um 11.00 (für die gesamte Unterstufe des BG / BRG Hallein, ca. 600 SchülerInnen und deren LehrerInnen sowie Bürgermeister Dr. Christian Stöckl, der uns freundlicherweise das Stadtkino gratis zur Verfügung gestellt hat!) und 18.00 Uhr (für Eltern und Bekannte), dazwischen gemeinsames Mittagessen im Kolpinghaus, danach verbringen die SchülerInnen gemeinsam den Nachmittag. Freundschaften entstehen.

*Martin ist leider immer noch krank und wir hoffen alle, dass er wenigstens die Hofgasteiner Vorstellungen wird spielen können!

23. April 2010

*Vorstellungen im Musiksaal im BORG Bad Hofgastein.

*Um 8.00 Uhr treffen Caroline und ich im BORG Bad Hofgastein ein, um mit bereits erwähntem Herrn Schafetter und seinen SchülerInnen die Licht- und Toneinsätze des Stückes durchzugehen. Die Bühne im Musiksaal wird fast ausschließlich für Konzerte genutzt, sie ist fürs Theatermachen nicht wirklich gut geeignet, da der Raum sehr niedrig ist und man nur schwer von oben leuchten kann. Die Licht- und Tonregie für die Halleiner Gruppe ist etwas aufwändiger, es gibt eine Punktlandung zur 11.00 Uhr – Vorstellung hin. Die Techniker sind gefordert, machen ihre Sache aber sehr gut. Um 18.00 Uhr gibt es noch eine Vorstellung für die Familien und Freunde, dazwischen wieder ein gemeinsames Mittagessen in der Alpentherme und ein gemeinsames den Nachmittag Verbringen aller Beteiligten.

*Martin ist weiterhin krank. Das ist sehr schade und traurig.

*Bella ist – das war von Anfang an klar – heute nicht da. Ihre Rolle in einer Gruppenszene übernimmt Eva, der Monolog wird gestrichen. Daraus ergibt sich, dass wir auch einen Einsatz des Liedes streichen und dafür an einer anderen Stelle anstatt einer Strophe den Refrain singen, was sich als große Verbesserung erweist! Schade, dass wir diese Idee nicht schon früher hatten!

*Die Bad Hofgasteiner SchülerInnen sind natürlich heute wirklich aufgeregt, vormittags schauen ja sämtliche Schulkollegen zu, außerdem noch zwei Hauptschulklassen, und prompt passiert der eine oder andere Nervositätspatzer. Grundsätzlich sind sie aber doch sehr professionell „lässig“, ich bin wirklich stolz auf sie. Abends dann das Familienpublikum, das begeistert ist und uns nach der Vorstellung gratuliert. Der Bürgermeister ist ebenfalls anwesend, genauso wie der Lions-Club und nach der Vorstellung gibt es im Foyer der Schule noch eine kleine Charity –Veranstaltung.

*Um 19.30 Uhr ist der „Spuk“ vorbei, und sämtliche Beteiligte können es kaum fassen, dass „eine der besten und lustigsten und geilsten Wochen des Jahres“ (O-Ton Bad Hofgasteiner) zu Ende gegangen ist. Ich selber bin auch traurig und wir machen uns auch sofort aus, dass wir uns „einfach so“ mal treffen wollen, um noch nicht alle Bande reißen zu lassen… Ich hoffe sehr, dass wir uns alle noch einmal sehen werden, denn die 15 Jugendlichen sind mir doch ans Herz gewachsen.

www.machtschuletheater.at

 

 


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