Wieviel Verrücktheit muss im Spiel sein, wenn eine Pädagogin einer Schule sich vornimmt, mit gewaltbereiten muslimischen und türkischen Migranten der 3. Generation ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen und dazu ausgerechnet Friedrich Schillers „Räuber“ und „Kabale und Liebe“ auswählt?

Die Idee einer Theaterprobe ist in „Verrücktes Blut“, einem Stück, das in Berlin bereits für Furore gesorgt hat, eine intelligente Variante der vielgezeigten „Spiel im Spiel-Ästhetik“ und soll nicht nur das soziale Miteinander der Jugendlichen, sondern auch ihre Sprachkompetenz verbessern.
„Verrücktes Blut“ wirft kontroverse Fragen auf: Wie können tradierte  archaische Werte der islamischen Kultur in einem säkularen Rechtsstaat koexistieren? Warum existiert immer noch eine Parallel-Gesellschaft statt Diversitätschancen zwischen Kulturen? Welche Aufgabe hat dabei die Institution Schule in der Migrations- und Bildungsdebatte?

Inszenierung / Dramaturgie: Michael Kolnberger,

SchauspielerInnen: Elisabeth Nelhiebel, Anna Paumgartner, Christine Winter, Benjamin Blaikner, Jurij Diez, Alexander Lughofer

Termine:

  • 16.02. 2012 / 19.30 Uhr / DO
  • 19.02. 2012 / 19.30 Uhr / SO
  • 21.02. 2012 / 19.30 Uhr / DI
  • 25.02. 2012 / 19.30 Uhr / SA
  • 03.03. 2012 / 19.30 Uhr / SA
  • 3 Zusatzvorstellungen im März/April 2012

Kritik vom 18. Februar 2012, SN, Karl Harb

“(…) Das doppelbödige Kultspiel um Schiller vor Migrationshintergrund ist das Beste, was derzeit auf Salzburgs Bühnen zu sehen ist. (…) Das Theater wird im Moment blutiger Ernst.Hautnah am furiosen Spiel Im Odeïon sitzen die Zuschauer zuvor 100 Minuten lang gedrängt um das Podium. Sie sind selbst Teil der Klassengemeinschaft und hautnah am furiosen, mit höchster Präzision austarierten Spiel. Elisabeth Nelhiebel ist so großartig präsent und beklemmend authentisch wie ihre famosen, den jugendlichen Alltagsslang bestürzend echt vermittelnden „Schüler“ Christine Winter, Anna Paumgartner, Jurij Diez, Alexander Lughofer und Benjamin Blaikner. Derzeit sieht man auf keiner anderen Salzburger Bühne ein Ensemble dieser Qualität und eine genauer gearbeitete Inszenierung als die von Michael Kolnberger.”

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