Wiederaufnahmen von Georg Büchners “Leonce und Lena” und Willy Russells “Rita will’s wissen”

Fünf brillante Akteure mit reißender Spiellaune in mehr als 15 Rollen, ein Regisseur, der es schafft, mit witzigen Ideen und Aktualisierungen ein 180 Jahre altes Stück mit großem Unterhaltungswert auf die Bühne zu bringen, ohne dass sich dessen Autor, Georg Büchner, bei diesem Anblick um Grab herumdrehen müsste – es gibt viel Gründe für Theaterfreunde, eine der restlichen sechs Aufführungen im romantischen Ambiente der Mildenburg zu besuchen.

Bote vom Untermain zur Miltenberg-Premiere von LEONCE & LENA  im Juli 2013

(…) Spritzige Komödie mit Tiefgang (…) Elisabeth Nelhiebel begeistert in der Rolle der wissbegierigen Blondine mit enormer Wandlungsfähigkeit (…)

Presse zur Salzburg-Premiere von RITA WILL’S WISSEN im Herbst 2013

Leonce und Lena

Die ZuschauerInnen treffen in den Königreichen Popo und Pipi unter anderen auf den professionellen Müßiggänger Leonce und die todessehnsüchtige Romantikerin Lena. Einander heiraten sollen die beiden, was sie nicht wollen und sie jeweils zur Flucht aus dem vertrauten Zuhause treibt. Begleitet von Valerio und der Gouvernante treffen sie schließlich doch aufeinander, verlieben sich unsterblich und erfüllen unwissentlich das Arrangement der Eltern. Eine einfache Geschichte, Georg Büchners moderne und hochkomische Sprache, eine brisante Staatssatire und zugleich ein Spiel um den ewigen Kreislauf zwischen Jung und Alt: Kinder, die rebellieren und ausbrechen um schließlich doch wieder im Fahrwasser ihrer Eltern zu landen. Und das (erst mal) ohne es zu merken.

Die freie Salzburger Theatergruppe macht aus Georg Büchners Klassiker „Leonce und Lena“ ein besonders heutiges und hochkomisches Sommertheatererlebnis: Clownerie reiht sich an Tragik, Gesangseinlagen an modernen Tanz der 20er Jahre, eine Schauspielerin spielt insgesamt sieben Rollen, einige Male mit sich selber und auf charmante Weise mit dem Publikum, Polizisten kommen aus Wien und dem Mühlviertel, und der König vom Reiche Popo ist hier eine Königin, deren Ähnlichkeit mit einer deutschen Bundeskanzlerin oder auch einer britischen Monarchin durchaus erwünscht ist. Dabei bleibt das Spiel der fünf DarstellerInnen berührend ehrlich, sodass dieser Abend, an dem die Lachmuskeln genauso wie die Tränenkanäle des Publikums zum Mitarbeiten gefordert sind, mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleibt.

Produktion die theaterachse | Regie, Bühne, Musik Mathias Schuh | Kostüme Rafaela Wenzel | Spiel Sebastian Brummer (Valerio), Elisabeth Nelhiebel (Gouvernante und andere), Herwig Ofner (Leonce), Anna Paumgartner (Lena), Claudia Schächl (Königin)

Termine 27., 28. Juni 2014 jeweils 20.00 Uhr im Arkadenhof der Domkirche St. Andrä im Lavanttal // 3., 4. Juli 2014 jeweils 20.00 Uhr im Rahmen des Kultursommers Nordhessen // 10., 11. Juli 2014 jeweils 20.00 Uhr im Burghof der Festung Hohensalzburg // 13. Juli 17.00 (!) Uhr auf dem Dorfplatz Maishofen

Nähere Informationen: http://www.theaterachse.com/termine

Rita will’s wissen

Frank ist Literaturprofessor, zynisch und stark dem Whisky zugeneigt. Rita ist Friseuse, aber sie hat einen großen Wissensdurst und Frank soll ihr im Rahmen eines Universitätskurses Bildung beibringen. Doch Frank merkt bald, dass Rita viel mehr gesunden Menschenverstand hat als die „gebildeten Bürger“, mit denen er lebt. So wirbelt sie die Welt ihres desillusionierten Professors kräftig durcheinander. Doch je mehr sie sich den Konventionen des Bildungsbetriebs anpasst, um so mehr fühlt sie sich in ihrem alltäglichen Umfeld als Außenseiterin. Verträgt die Bildung soviel Rita, und verträgt Rita soviel Bildung? Das Stück, auch bekannt als „EDUCATING RITA“, wurde mit Michael Caine und Julie Walters höchst erfolgreich verfilmt: Nominierung für drei Oscars und mehrfacher Golden Globe Gewinner. Der britische Autor Willy Russell schreibt mit Witz, Satire, spritzigen Dialogen und einer ordentlichen Portion lebensnaher Philosophie. Das autobiografische Stück hat ihn vom Damenfriseur zu einem der erfolgreichsten Theaterautoren Großbritanniens gemacht.

MAZAB hat sich in der Spielzeit 2013/14 ein künstlerisches Ziel gesteckt und konsequent umgesetzt: Innerhalb eineinhalb Jahren arbeitete das Team Elisabeth Nelhiebel, Peter Malzer und Markus Steinwender an drei 2-Personenstücken, die alle intensive Auseinandersetzungen mit brisanten Themen zum Inhalt hatten. In “Blackbird” werden Missbrauch, Hass und die große Liebe verhandelt, in “Rita will’s wissen” der unbändige Wunsch noch etwas aus seinem Leben zu machen und in “Warum fuchteln die Franzosen mit ihren Armen?” die grundlegende Frage, ob die Welt nicht interessanter und vielfältiger ist, wenn sie nicht immer nur auf eine Art und Weise betrachtet wird. Große Fragen, große Antworten und ein kleines Team. In so einer Runde gelangt man künstlerisch und auch menschlich an Grenzen, die es zu überschreiten gilt. MAZAB ist das gelungen: Alle drei Stücke tragen eine Handschrift und sind – durch die sehr unterschiedlichen Inhalte – doch völlig anders. Alle drei Stücke werden vom Spiel der beiden SchauspielerInnen beherrscht und dadurch wieder ähnlich. Man freut sich die beiden in unterschiedlichsten Rollen zu erleben. Und die beiden haben sich auch gefreut in kurzer Zeit intensiv miteinander zu spielen. Dreimal dasselbe Team. Aber dreimal völlig verschieden. Drei fordernde und aufregende Theatererlebnisse.

Produktion MAZAB | Regie, Bühne Markus Steinwender | Kostüme Anne Buffetrille | Spiel Elisabeth Nelhiebel und Peter Malzer

Termine 16., 17., 18., 19., 22., 23., 24., 25., 26. Juli 2014 jeweils 20.00 Uhr auf der Mildenburg in Miltenberg am Main // 29., 30. Juli 2014 jeweils 20.00 Uhr auf der Festung Hohenwerfen

Nähere Informationen: http://www.theaterachse.com/termine

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