„High Noon“ am Theater an der Rott

Und plötzlich stehst du auf der Bühne und machst Zirkeltraining. Ohne Medizinball. Ohne Seilspringen und ohne Liegestütze. Sondern mit Wild West – Requisiten, Kostümen, Kamera, Mikrofon, Texten und Rollenvorgaben. Für jede Spielstation hast du fünf Minuten Zeit, die musst du erst mal füllen! Da fällt dir im schlimmsten Fall einfach gar nichts ein, während deine Kolleg*innen vor Ideen explodieren. Oder du bist mitten in deiner fantasievollsten Spiellaune und unterbrichst deinen Bogen, weil du weiter musst. Aus all dem, was du er- und herausfindest, was du sprichst und empfindest, was du gemeinsam mit den Spielpartner*innen schöpfst und verwirfst, entsteht eine Geschichte des Wilden Westens, zu dem Niederbayern in einer nicht mehr ganz so entfernten Zukunft geworden ist: Der Klimawandel hat seine Spuren hinterlassen. Es ist heiß, trocken und still, weil es keine Tiere und keine Insekten mehr gibt, nur ein paar Pflanzensorten leben noch, und die kulinarische Vielfalt der Steckrübenrezepte euphorisiert mit der Zeit keinen mehr. Die Menschen zittern. Sie sind mit einem Virus infiziert: Sie wissen um alle Zusammenhänge, sie wissen um jede Folge, die jede ihrer Handlungen hat, sie wissen um Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des klimapolitisch richtigen Daseins und sie kommen nicht weiter. Sie zittern oder sie werden lethargisch. Die große Überforderung oder die Resignation. Wie wollen wir in dieser reduzierten Welt weiterleben, die uns so viele Möglichkeiten bietet um sie zu retten? Können wir die Welt retten? Warum gerade ich und nicht ein anderer? Wo soll ich beginnen? Und birgt meine Entscheidung nicht die Behinderung der Entscheidung des anderen?

Früher war das Leben nur manchmal hart. Jetzt ist es immer hart.

Gefördert vom Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes hat das Künstler*innen-Kollektiv Pandora Pop gemeinsam mit dem Theater an der Rott an der Stückentwicklung „High Noon“ gearbeitet. Eine große Herausforderung für alle Beteiligten auf allen Seiten. Große Arbeit zu einem großen und komplexen Thema. Kein leichter Abend. Aber sehr ungewöhnlich und aufregend wichtig.

Ein Endzeit-Western-Spektakel von Pandora Pop und Ensemble

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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann
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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann
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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann
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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann
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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann
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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann
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Foto (c) Sebastian C. Hoffmann

STÜCK Pandora Pop und Ensemble REGIE UND KONZEPT Pandora Pop (Thorsten Bihegue, Norman Grotegut, Gunnar Seidel, Carolin Schmidt, Georg Werner, Anna Winde-Hertling) BÜHNE Gunnar Seidel KOSTÜM Anna Winde-Hertling KÖRPERTRAINING Carolin Schmidt ANIMATION UND VIDEO Norman Grotegut KLANG UND ELEKTRONIK Georg Werner PRODUKTION Julia Opitz SPIEL Vanessa Boritzka, Stefanie Darnesa, Norman Grotegut, Henriette Heine, Elisabeth Nelhiebel, Gunnar Seidel und die Spielclubs des Theater an der Rott PRODUKTION Theater an der Rott, Stadttheater Fürth, Pandora Pop, Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes

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